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Laute Musik vor schöner Kulisse –
ein Tagesausflug zum Metalfest West

von AK-74

Metalfest West 2012 auf der Loreley

Metalfest West 2012

Dass wir zusammen zu einem Konzert gehen konnten, ist meiner @Frau_Frosch und mir schon eine Weile nicht gelungen, und auch dieses Mal ist dem freundlichen Eingreifen der Großeltern unserer Kinder zu verdanken, dass wir ein weiteres gemeinsames Erlebnis dieser Art verbuchen konnten. Da wir nämlich beide Kleinen über Nacht in die Obhut von Oma und Opa geben konnten, bekam der Wunsch meiner besseren Hälfte, Swallow the Sun auf dem Metalfest auf der Loreley zu sehen, plötzlich Nachdruck. Und nach entsprechenden Vorbereitungen und einigen rausgearbeiteten Stunden im Büro gings am Freitagnachmittag in Richtung Mittelrheintal.

Auf dem Parkplatz bot sich uns eine passende Lücke, die zumindest bei der Ankunft für einen zügigen Heimweg tauglich schien. Und auch die noch immer erhältlichen Tagestickets waren schnell gekauft, die Bändchen an die Handgelenke gestanzt bekommen und das Festivalgelände entern nahm kaum mehr Zeit in Anspruch. Und so marschierten wir zu den Klängen von Powerwolf in die Arena, das Freilichttheater auf der Loreley ein. Eine ausführliche Runde über das Festivalgelände inklusive einer Überprüfung des Merchandising- und Nahrungsangebots folgte. Dabei kamen wir auch das erste Mal ins nur mäßig gefüllte Festival-Zelt mit der zweiten Bühne, auf der sich gerade Emergency Gate einen abbrachen. Mit dem Outfit und der Surfer-Frisur des Sängers wirkten die arg prollig und auch musikalisch sprach uns ihr Nu Metal nicht sonderlich an, weshalb wir schnell wieder ins Freie gingen.

Eluveitie

Eluveitie

Dort sollten wir auch inzwischen Plätze einnehmen, denn der erste Wunsch von @Frau_Frosch sollte sich gleich erfüllen, als Eluveitie die Freilichtbühne betraten. Die Show war ganz gut, die Stimmung ganz ordentlich und nachdem wohl der letzte Auftritt auf der Loreley im Stau verpasst wurde, waren die Schweizer froh, für die Festivalbesucher spielen zu können. Und @Frau_Frosch tanzte zum ersten Mal an diesem Festivaltag.

My Sleeping Karma

My Sleeping Karma

Anschließend gings zurück ins Zelt, wo My Sleeping Karma zu Recht heftig umjubelt wurden. Wir hatten im Vorfeld schon das eine oder andere Stück im Internet vorgehört und wurden durch die Performance in unserer Vorfreude bestätigt. Rein instrumental zeigten sie Spielfreude und stellten ihre progressiven Klangexperimente ohne viel Schnickschnack auf der Bühne vor. Für uns ein klares Highlight und auch wenn die Jungs selbst sich wohl nicht ganz so passend für das Metalfest hielten, lieferten sie einen astreinen Gig mit minutenlangem Jubel im gut gefüllten Zelt.

Behemoth

Behemoth

Nicht ganz so schlicht gestaltete sich die Show von Behemoth, die ich unbedingt sehen wollte und die jetzt auf der Hauptbühne begann. Neben Corpse Paint gabs reichlich Nebel und düstere Deko. Und auch mit Feuer wurde nicht gespart. Brennende Mikros und Feuersäulen auf der Bühne gaben ein beeindruckendes Bild und unterstrichen die Musik der Polen. Und am Ende gabs auch noch schwarzen Glitterregen, der offensichtlich direkt aus der Hölle kam. Eine gewaltige Show wars auf jeden Fall.

Frau_Frosch und Swallow the Sun

Signing-Session

Bisher hatte das Wetter übrigens sehr gut mitgespielt und uns reichlich Sonnenschein mit ein paar Wolken geboten. Der angekündigte Regen blieb jedoch nicht aus, sondern setzte kurz vor Sonnenuntergang ein. Diese Mischung bescherte uns dann einen fantastischen doppelten Regenbogen über dem Festival-Zelt und einen romantischen Sonnenuntergang zur Signing-Session von Swallow the Sun. Bei diesem Anblick zeigte sich so manch weicher Metaller-Kern, es wurde reichlich Fotos von der herrlichen Kulisse in Abendstimmung gemacht. Und auch ich machte ein paar Fotos, auch von @Frau_Frosch und ihrer neuen Lieblingsband.

Nebenbei hörten wir Edguy aus der Ferne und ich fragte mich warum eine Band auf einem Festival ihre Kollegen und Mitstreiter so dissen muss und auch das Publikum als Ficker bezeichnet. Gehts noch? Zur Strafe ging ihr Schlagzeug kaputt, was allerdings nur zu weiteren verbalen Verfehlungen führte. Geschenkt, wegen Edguy war ich ja auch nicht hier.

Aber wegen Septicflesh, die ich vor ein paar Jahren gesehen hatte. Schon damals gefiel mir die Show, wenn sie auch kurz war. Dieses Mal hatten die Griechen etwas mehr Zeit und die nutzten sie auch, um das Zelt so richtig aufzuheizen. Solide gespielt und immer schön mit dem Publikum interagierend, boten Septicflesh einen tollen Slot, in dem sie ihr aktuelles Album würdig vorstellten und den sie mit einem Knaller abschlossen. Einfach groß!

Für uns blieb nun eigentlich nur noch ein Act auf der Wunschliste, dafür sollten wir aber bis zu Schluss des Festivaltages warten. In der Zwischenzeit spielten noch Kreator ihren Headliner-Auftritt, den wir nur aus weiter Ferne beim Waffel holen sahen und hörten. Immerhin war das Freilichttheater bis weit hinter die Ränge gefüllt und die Mehrzahl der Besucher genoß die Show.

Orange Goblin

Orange Goblin

Parallel dazu spielten mit Orange Goblin waschechte Stonerrocker auf. In ranzigen Shirts, jeder Menge Tattoos und viel Bart, wie man sich das vorstellt, die Flasche Jack Daniels im Anschlag und gut gelaunt. Offensichtlich genoß man den Jubel und der Sänger konnte nicht anders, als einen Ausflug ans Absperrgitter zu wagen, eine Band zum Anfassen sozusagen. Ich hatte ein bischen das Gefühl, dass hier auch ein bischen überzogen wurde, die Hinweise der Ordner zum Ende des Auftritts wurden zunächst ignoriert und noch ein Song gespielt. Wirklich schlimm war das aber nicht, da die nächste und für den Abend letzte Band bereits zum Aufbau bereit stand.

Swallow the Sun

Swallow the Sun

Und den Aufbau nahmen Swallow the Sun wieder selbst vor. Kein Roadie, der ihnen die Instrumente auf die Bühne schleppt und verkabelt, das wird schön selbst gemacht. Und entgegen meiner sonstigen Gewohnheit stand ich dieses Mal mit ganz vorn, da meine @Frau_Frosch ein Fan der Frontrow Awesomeness ist. Ich bin mir nicht sicher, ob es an der Position da ganz vorne lag, aber Sänger Mikko war etwas zu leise abgemischt. Entsprechende Zeichen von ihm in Richtung Mischpult brachten im Verlaufe der Show etwas Besserung. Das Set glich bis auf ein paar Abweichungen am Ende dem der vorangegangenen Tour mit Paradise Lost. Im Zelt wurde gejubelt und die @Frau_Frosch war glücklich, alles richtig gemacht.

Eine Stunde hatten die Finnen zum Abschluss des Festivaltages nach Mitternacht Zeit, danach hieß es für uns den Heimweg anzutreten. Allerdings mussten wir uns zunächst einen Ausweg suchen, denn im Laufe des Tages wurden einige Zelte auf dem Parkplatz aufgebaut, so dass Zu- und Ausfahrten eigentlich nicht mehr existierten. Ein Anzeichen der an verschiedenen Stellen bemängelten schlechten Organisation auf Park- und Campinggelände. Wir jedenfalls fanden dann nach einigem Suchen und Wenden einen Weg über Lücken in den Parkreihen und konnten so die Heimfahrt von einem gelungenen Festivalausflug antreten.

Dank u wel.

EDIT: Im Interesse eines besseren Erzählverlaufes stimmt die Bandreihenfolge an einer Stelle nicht mit der Running Order überein. Ich bitte das zu entschuldigen.