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Ein Sonntag in Köln – ½ Amphi Festival

von AK-74

Nacht in Köln

Nacht in Köln

In diesem Jahr hatte ich ja vor, auch mal wieder das ein oder andere Festival zu besuchen und dank des Line Ups vom Amphi Festival in Köln, fiel denn meine Wahl auch auf selbiges. Ursprünglich hatte ich schon gedacht, das ganze Wochenende dort zu verbringen und alles mitzunehmen, was sich an Künstlern angesagt hatte. Nach längeren Überredungsversuchen gegenüber potenziellen Begleitern waren dann aber die Campingtickets weg und ich stand immer noch allein da. Also hab ich Prioritäten gesetzt und mich erstmals für ne Tageskarte bei nem Festival entschieden. Und da am Sonntag Delain und vor allem The Gathering spielen sollten, ging es auch an diesem Tag nach Köln.

Und zwar mit der Bahn, entlang des Rheins und zunext durch Regen und von trüben Wolken begleitet. Doch kurz vor Köln riss der Himmel auf und das Veranstaltungsgelände am Tanzbrunnen empfing mich mit strahlendem Sonnenschein. Herrlich. Trotzdem trübte der an manchen Stellen vielleicht zu leichtfertige Umgang mit Abzeichen und Symbolen fragwürdiger Richtung etwas die Stimmung. Im Vergleich zu meinen letzten Festivalbesuchen eher schwärzerer Richtung hat die Verwendung selbiger schon zugenommen.

Panzer AG @ Amphi

Panzer AG @ Amphi

Bei meinem Eintreffen waren Mono Inc. bereits fast am Ende, was ich jetzt nach dem Erlebnis bei Subway to Sally nicht so schlimm fand. Also konnte ich nach einer kleinen Runde über das Gelände mit Panzer AG ins musikalische Geschehen einsteigen. Beim Namen hatte ich jetzt nicht unbedingt Amerikaner vermutet und meine Vorbereitung war auch nicht die beste. Aber mit rockig verziertem Elektro konnten die drei Akteure mir den Start ins Festival durchaus angenehm gestalten.

Den Wechsel zwischen den Hallen wollte ich mir für später aufheben, zumal nach etwas von der Decke gekommenem Putz von der Rheinpark-Halle ins Theater verlegt wurde. Der Umbau und die Vorbereitungen dauerten wohl etwas länger und so blieb ich gleich draussen um mir die erste Band meiner persönlichen Wunschliste anzuschauen.

Delain @ Amphi

Delain @ Amphi

Delain hatte ich ja vor ein paar Monaten im Nachtleben gesehen und hatte dort ja ne Art Verabredung mitgenommen. Diesmal konnte ich sie auf der Hauptbühne des Festivals bei schönstem Wetter erleben. Und es hat wirklich Spaß gemacht, die Band war gut drauf und das Publikum ebenfalls. Und Leute zum Mitmachen bewegen können holländische Bands ja schon. Also gab es reichlich Arme in der Luft. Bis auf “April Rain” wurde eigentlich alles gespielt, was ich hören wollte. Mehr ging ja auch wegen der kürzeren Auftrittszeit bei Festivals nicht. Mit “Pristine” verabschiedeten sich Delain dann auch vom Publikum, das bis zum Schluss voll dabei war.


Delain – “Pristine”

Nach dieser Show war für mich erstmal wieder etwas Ruhe, Diorama und Saltatio Mortis habe ich eher vom Rande aus gesehen. Insgesamt ganz ordentlich, und die Stimmung war ausgesprochen gut. Besonders positiv fiel mir auf, dass ein hoher Anteil der Besucher des Festivals mit Gehörschutz unterwegs war. Es mag sein, dass das Durchschnittsalter hier eine Rolle spielt, dass aber direkt auf dem Festivalgelände günstig Stöpsel zu bekommen waren, verdient ein Lob.

Hocico @ Amphi

Hocico @ Amphi

Nexte von mir gewünschte Band waren Hocico. Gesehen habe ich die beiden bisher noch nicht, weshalb ich schon ganz schön gespannt war, was ich zu erwarten hatte. Und dann wurde auch noch eine spezielle Best Of Show angekündigt. 5 mexikanische Indianerkrieger eröffneten die Show und die verschiedensten Düfte und Nebel drangen von der Bühne. Und natürlich die Musik, durchweg tanzbar, wie man es von Hocico kennt. Und Bewegung kam dann auch auf um mich herum, ich selbst konnte mich auch nicht halten. Die Musik war klasse und die Show skurril und interessant. Davon ginge dann auch bei Gelegenheit mal mehr. Denn nach einer Stunde war der sprichwörtliche Zauber auch schon wieder vorbei, nicht aber ohne vorher noch ein Keyboard auf der Bühne zu zerhacken.

Während der Umbaupause wollte ich dann doch mal schauen, was in der Halle ging und war doch etwas beunruhigt, dass die Verzögerung soweit angewachsen war, dass mein Puffer für die Heimfahrt mit dem geplanten Zug unter Null geriet. Naja, erstmal abwarten.

Unheilig @ Amphi

Unheilig @ Amphi

Ein paar Klänge von Henke habe ich mitgenommen, bevor es nach draussen zu Unheilig ging. Von @peteworlwide empfohlen, wollte ich mir das dann doch mal anschauen. Und zunext war ich auch ganz zufrieden. Irgendwie war mir das Gehabe des Sängers und die Selbstdarstellung dann trotzdem etwas zu viel, und textlich sprach es mich jetzt auch nicht so wirklich an. Und um jetzt nicht irgendwie schlechte Laune zu bekommen (ja, die 5c Stücken bei der Pfandrückgabe haben da ihr Übriges getan), gings nochmal über den Markt.

Den Rundgang konnte ich dann pünktlich zu Front 242 beenden, die ich vor Jahren schon gesehen hatte und natürlich auch irgendwie erwartete. Mag sein, dass ich zu weit hinten stand, vielleicht lag es aber auch noch an meiner Stimmung, zufrieden war ich mit dem Auftritt nicht. Wegen des matschigen Sounds und zu viel Nebel war das Erlebnis jetzt nicht so doll, und ich schlich schon mal in Richtung Theater. Dort wurde zwischenzeitlich während der Show von KMFDM der Eingang verwehrt, weil es wohl doch zu voll war. Die letzten Klänge hab ich dann aber noch mitbekommen und war so immerhin rechtzeitig in der Halle für mein persönliches Highlight und Grund meiner Fahrt zum Festival.

The Gathering trugen ihr Equipment selbst auf die Bühne und bauten auch alles eigenhändig zusammen. Und so war ich natürlich schon komplett auf die Bühne fixiert, als mich Patri(c,z)ia ansprach. Ich war irgendwie nicht richtig anwesend, was mir auch ein bischen leid tat, aber der Zeitpunkt war nun wirklich denkbar ungünstig.

The Gathering @ Amphi

The Gathering @ Amphi

Denn die Holländer auf der Bühne waren inzwischen fertig mit dem Soundcheck und eröffneten ihre Show mit dem Intrumental “When Trust Becomes Sound”. Diesmal gab es ein etwas kürzeres Set als vor genau einem Monat in Heerlen. Aber man hat doch gemerkt, dass seitdem ein paar Shows gespielt wurden. Vor allem Silje hat an Sicherheit gewonnen und Stücke wie “Leaves” oder “Saturnine” funktionieren nun richtig. Vor allem aber die Stücke des aktuellen Albums machen richtig Spaß, den gewaltigen Abschluss lieferte “All You Are”, nicht weniger gut war das eher gespielte “A Constant Run”.


The Gathering – “A Constant Run”

Nach diesem Konzert war ich auch auf einmal unbeeindruckt von der mir bevorstehenden Heimreise. Diese sollte sich zwar noch ziemlich lange hinziehen, inklusive Verspätungen und Wartezeiten auf dem Bahnhof mitten in der Nacht. Aber ich hatte einen tollen Sonntag mit viel Musik und ner ganzen Menge Spaß.

Dank u wel.