Das Jahr 2008 – mein Rückblick
von AK-74

2008 - Das wars..
Und schwupp iss es rum, das Jahr. Wo iss es denn geblieben..? Hmm.. Da war doch was, eigentlich sogar ganz schön viel. Und irgendwie will nichts davon vergessen werden, also geb ich mir mal Mühe, so viel wie möglich zusammenzufassen.
Genau genommen war’s ein Jahr wie jedes andere, aber irgendwie doch eigen. Zumindest verglichen mit den Vorangegangenen.
Dort liegen natürlich die Wurzeln für die Erlebnisse, so verließ zum Beispiel Anneke van Giersbergen meine absolut favorisierte Band The Gathering und gründete eine neue Formation im Jahr 2007. Aus der Erfahrung von abgesagten Touren und dem dringenden Wunsch Anneke live erleben zu dürfen wuchs der Plan, auf eine Tour in Deutschland nicht zu warten, sondern selber auf Reisen zu gehen.
Und so ging es dann auch im Februar nach Tiel in den Niederlanden. Mit dem Zug, gebuchtem Hotel und per Email reserviertem Ticket. Die Planung war schnell erledigt und Spannung gab es natürlich auch. Mein erstes Agua de Annique Konzert im Club Twentietoe war denn auch großartig, vom ersten Ton an waren alle Anstrengungen vergessen und komplett gerechtfertigt.
Der Abend und das Konzert haben irgendwie den Grundstein für einige Aktionen des Jahres gelegt, trotz allem war es schade, allein gefahren zu sein. Gern hätte ich die Eindrücke geteilt, zumindest aber mitgeteilt. Ok, daraus kann man lernen..
Mit dem frisch aufgeblüten Spaß am Liveerlebnis fiel es natürlich leicht, während des beruflichen Aufenthalts in Berlin der Einladung zu Los Campesinos! im Lido zu folgen. Als mir unbekannte Band haben sie mich echt überrascht und begeistert. Die CD steht seit diesem Ausflug im Regal. Sicher lag ein Teil des Erfolges dieses Abends auch daran, mit freundlichen offen Leuten Musik zu geniessen.
Wer mich nach der Rückkehr aus Tiel erlebt hat, dem sollte klar gewesen sein, dass ich wahrscheinlich recht bald wieder auf Reisen gehen werde. Immer noch gut vorbereitet, mit Fahrplänen, Fahrkarten für die meisten Strecken, gebuchtem Hotel und wieder per Email reserviertem Ticket ging es nach Hellendoorn (NL) ins De Lantaarn um ein zweites Mal Agua de Annique live zu sehen. In voller Besetzung in ähnlich kleiner Halle und genau so gespannt. Diesmal jedoch sollte die Verabredung mit zwei anderen Besuchern aus Deutschland einen ganz anderen Eindruck hinterlassen. Es macht eben doch eine Menge aus, das gerade Erlebte zu teilen und sich auszutauschen.
Das Wochenende sollte aber noch mehr für mich bereit halten. Ging es doch nach einer etwas unruhigen Nacht im Hotel weiter nach Tilburg, um dort an einem Sonntagnachmittag ein weiteres Konzert zu besuchen. Zum Batcave des 013 kann man nicht Halle sagen, viele Leute passen echt nicht rein. Dafür gab es Sam, die Sieger eines Talentwettbewerbs zum Auftakt. Die nexten sollten Lolly Jane Blue sein.
Leider ging es der Sängerin nicht ganz so gut, so dass dieser Auftritt noch während dem ersten Song abgebrochen wurde. Anneke und Joris Dirks fingen daher etwas eher mit ihrer akustischen Show als AdA light an. Den direkten Gegensatz zum Konzert am Vorabend konnte ich gut gebrauchen, sind die Songs doch in der reduzierten Instrumentierung zum Teil noch packender. Irgendwie war an diesem Nachmittag wohl aber der Wurm drin, nach gerissener Saite der Gitarre war auch hier bald Schluss. Gerade rechtzeitig für mich, um den Zug nach Hause zu erwischen, ohne etwas zu verpassen.
Nicht ganz so weit war der Weg im Mai, quasi in direkter Nachbarschaft in Frankfurt lud Axel Hacke zur Vorstellung seines Wortstoffhofes. Der große Saal des Mousonturms war bis auf den letzten Platz gefüllt. Natürlich sind Lesungen immer etwas völlig anderes als musikalische Darbietungen, umso mehr war dieser humorgeladene Abend etwas Besonderes.
Ohne Musik geht es jedoch nicht, und deshalb musste im Juni wieder mal eine etwas weitere (Konzert-)Reise unternommen werden. Die Flüge nach Stockholm waren inklusive der Transfers nicht teurer als ein Trip in die Niederlande mit der Bahn. Außerdem bietet die Schwedische Hauptstadt mit dem Citibackpackers ein nettes Hostel, in dem sich sehr preiswert übernachten lässt. Insgesamt lag uns Stockholm ganze drei Tage zu Füßen, und das ist auch exakt so gemeint.
Höhepunkt war zweifelsohne das akustische Konzert von Anneke van Giersbergen und Danny Cavanagh im Klubb Garage in Märsta, einem kleinen Vorort von Stockholm. Beide Künstler bestritten einen Solopart mit eigenen Stücken und Covers, bevor sie gemeinsam und mit viel Spaß ein gemeinsames Set spielten. Es gab immer wieder lustige Geschichten und die knapp 30 Besucher durften einen großartigen Abend mit zwei hervorragenden Musikern erleben. Und es gab die Gelegenheit für ein kleines Gespräch mit beiden. Dieses kleine familiäre Konzert war irgendwie das Highlight des Jahres, und auch im Rückblick aller Konzerte liegt es verdammt weit vorne.
Nicht ganz so weit vorn lag das Konzert von Maria Mena im Juli in Mainz. Genaugenommen war ich sogar ziemlich enttäuscht. Da ich schonmal in Mainz war, führte mich der Weg vor dem Open Air in der Zitadelle zum Weinfest nach Lörzweiler, wo es den einen oder anderen Wein in geselliger Runde gab. Und das war weit spannender als die nach eigenen Aussagen kranke Maria Mena, die nebenbei auch zwischen den Songs für meine Begriffe etwas zu viel jammern musste. Nach ner knappen Stunde war schon Schluss, und auf dem Weg zum Bahnhof überholte mich ein Krankenwagen. Na danke, dann lieber sagt doch eine Show ab, als für 35 Euro ne Stunde zu spielen. echt jetzt!
Rausgeholt hat’s dann für den Monat Clueso in der Centralstation in Darmstadt. Etwas hastig am Veranstaltungsort angekommen konnte ich mich dann erst mal mit meinen Begleitern besinnen, denn es gab eine wirklich lange Schlange, in der ich eigentlich nicht warten wollte. Entsprechend voll war die Halle dann auch und wir entschlossen uns, die Show in den hinteren Reihen, quasi altersgemäß, zu erleben. Die Position war jetzt nicht wirklich schlecht, wenn auch alles etwas kleiner wirkte. Aber in mitten der kreischenden Teenies wäre das Erlebnis bestimmt nicht größer dafür aber viel wärmer gewesen.
Völlig ohne musikalischen Hintergrund konnte ich Anfang August Brügge kennenlernen. Und das ohne “In Bruges” vorher gesehen zu haben. Das habe ich nach der Rückkehr nachgeholt und bin froh, diese Reihenfolge gewählt zu haben. Ich durfte die Stadt so unbeschwert und auf eigene Faust erkunden. Obwohl es nicht ganz unabhängig war, denn das Snuffel, mein Hostel in Brügge, bietet alle zwei Tage kostenlos eine alternative Stadtführung an. Und dabei geht es nicht zu den ersten Häusern am Platz, sondern durch verwinkelte Gassen, entlang an den Reien, wie die kleine Kanäle genannt werden und immer begleitet von historischen Begebenheiten und der einen oder anderen “Geschichte”. Denn “there are no lies, only stories”, wie unsere kleine Fremdenführerin immer lächelnd sagte. Und wenn sie das sagt..
Durch den Aufenthalt im Hostel konnte ich dann auch noch eine Gruppe Australier kennenlernen, mit denen ich die Abende fröhlich und mit stets gefüllten Gläsern verbracht habe. Das Belgische Bier ist aber auch tückisch, man kann es eigentlich den ganzen Abend trinken ohne zu merken, welche verheerende Wirkung es entfaltet. Als Geburtstagsgeschenk an mich selber war der Trip jedenfalls ein voller Erfolg.
Und damit sind wir eigentlich schon da angelangt, wo auch dieses Weblog seinen Neustart erfahren durfte. Will heissen, alles folgende in diesem Jahr gibt es schon nachzulesen, und das weitaus umfangreicher, als es diese Zusammenfassung bieten könnte. Trotzdem sollen natürlich die einzelnen Stationen hier nicht unerwähnt bleiben.
So bot der September einen weiteren Ausflug in die Niederlanden zum Appelpop in Tiel. Hier spielten natürlich weit mehr Bands als auf der Jägermeister Rock:Liga 2008 in Wiesbaden.
Nach Aschaffenburg gings im Oktober gleich zweimal, zunext um Anathema und Demians im Colos-Saal zu sehen. Bei diesem Konzert bekam ich dann auch mein Album des Jahres, nicht nur auf CD, nein auch noch live präsentiert. Der zweite Besuch im Colos-Saal galt Epica, dieses Mal mit Amberian Dawn als Support. Bereits eine Woche vorher hatte ich Epica in Eindhoven gesehen. Dort waren Lolly Jane Blue und Agua de Annique dabei, der eigentliche Grund der Reise. Außerdem war es eine interessante Erfahrung, eine Herbstnacht in Eindhoven zu verbringen. Den Abschluss des Monats machten am Helloweenabend Monster Magnet im Schlachthof in Wiesbaden.
Nun folgten ziemlich lange vier Wochen, in denen kein Konzert, keine Show und auch keine Reise anstanden. Diese ruhige Zeit beendeten Lacuna Coil in Wiesbaden mit ihrem Supportauftritt für BFMV.
Und damit ist der Dezember, dem Monat in dem der Velociroflcoptersaurus gejagt wurde, dann auch schon erreicht. Polarkreis 18 und Bodi Bill spielten im Colos-Saal auf, und eine knappe Woche später durfte ich in Berlin Opeth im Postbahnhof erleben. Um den Abschluss des Konzertjahres durften sich Moonspell, Gorgoroth und Cradle Of Filth auf dem Filth Fest in der Batschkapp in Frankfurt kümmern.
Einen ganz anderen Abschluss fürs Jahr habe ich mir allerdings mit der Besteigung des Brockens geschaffen. Bei herrlichem Sonnenschein über den Wolken in einer bizarren Schneelandschaft konnte ich zwar den Velociroflcoptersaurus auch nicht finden, aber immerhin boten sich reichlich Motive zum Fotografieren. Und so ein bestiegener Gipfel zum Ausklang des Jahres iss doch auch mal was.
Und damit bleibt mir nur noch das Beste für 2009 zu wünschen, Euch natürlich auch..
Dank u wel.
Posted: December 31st, 2008 under allgemein, gehört, gesehen, unterwegs.
Tags: 013, Agua de Annique, akustisch, Amberian Dawn, Anathema, Anneke van Giersbergen, Appelpop, Aschaffenburg, Axel Hacke, Bahn, Berlin, Bodi Bill, Brocken, Brügge, CentralStation, CityBackpackers, Clueso, Colos-Saal, Cradle Of Filth, Danny Cavanagh, Darmstadt, De Lantaarn, Demians, Epica, Gorgoroth, Hellendoorn, Hostel, Hotel, Jägermeister, Klubb Garage, Konzert, Lacuna Coil, Lido, live, Lolly Jane Blue, Los Campesinos!, Mainz, Maria Mena, Moonspell, Mousonturm, NL, Polarkreis 18, Rock, Rock:Liga, Sam, Schlachthof, Schweden, Show, Snuffel, Stockholm, Tiel, Tilburg, Twentietoe, Velociroflcoptersaurus, Weinfest, Wiesbaden, Zitadelle, Zug
Comments
Pingback from knueppelknecht » Anneke van Giersbergen & Danny Cavanagh in Tilburg @ “Little Devil” de
Time 30 March 2009 at 23:44
[...] schon im vorgigen Jahr in Stockholm war es ein gemeinsamer Abend von Anneke van Giersbergen und Danny Cavanagh. Um die Show zu sehen, [...]



Comment from Gerald
Time 31 December 2008 at 15:24
Ja, Herr Chieps. Gerade die Suche nach dem Velociroflcoptersaurus hat mich ja auch sehr beschäftigt. Nicht nur, weil der Velociroflcoptersaurus sehr selten ist, sondern auch weil offensichtlich gerade jeder den Velociroflcoptersaurus jagt. Dir einen guten Rutsch und ein ganz herausragendes Jahr 2009. Das wird auch in Sachen Velociroflcoptersaurus dein Jährchen.